Hartmut Binder, Auf Kafkas Spuren. Gesammelte Studien zu Leben und Werk. Hrsg. v. Roland Reuß und Peter Staengle.






 

Umschlag, Hartmut Binder, Auf Kafkas Spuren. Gesammelte Studien zu Leben und Werk. Hrsg. v. Roland Reuß und Peter Staengle.

Hartmut Binder
Auf Kafkas Spuren
Gesammelte Studien zu Leben und Werk Herausgegeben von Roland Reuß & Peter Staengle

Doppelseite (zum »Jäger Gracchus«. Hartmut Binder, Auf Kafkas Spuren. Gesammelte Studien zu Leben und Werk. Hrsg. v. Roland Reuß und Peter Staengle.

Doppelseite (zum »Jäger Gracchus«)

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Hartmut Binders Beschäftigung mit Kafka von dem Bestreben geprägt, dem rätselhaften Prager Autor durch Untersuchungen seiner Lebensumstände und seiner Sozialverhältnisse, aber auch durch eindringliche Textanalysen auf die Spur zu kommen. Ihr Gebrauchswert ist unbestritten, und die hier neu herausgegebenen Texte haben sich für die Auseinandersetzung mit Kafkas Werk und seinem Leben als unentbehrlich erwiesen. Für die Kommentierung und Edition setzen Binders Arbeiten einen Standard, der auch folgenden Generationen von Kafka-Interessierten Richtung und Halt geben wird. Der Widerstand gegen je aktuelle Moden hat ihnen eine Frische des Zugangs gesichert, die über die Jahre hinweg immer besser erkennbar wird.

Stabile Fadenheftung. Hartmut Binder, Auf Kafkas Spuren. Gesammelte Studien zu Leben und Werk. Hrsg. v. Roland Reuß und Peter Staengle.

Stabile Fadenheftung

Der vorliegende Band versammelt – thematisch angeordnet – 54 Arbeiten, die zwischen 1967 und 2020 publiziert worden sind. Um den Fortschritten der Forschung zu entsprechen, sind die Texte für den Neudruck vom Autor und den Herausgebern kritisch durchgesehen worden. Wo erforderlich, wurde revidiert, Zitate und Anmerkungen auf den aktuellen Stand gebracht und das Korpus der Abbildungen überarbeitet. Bei älteren Veröffentlichungen entsprach der textkritische Zusammenhang in einigen Teilen dem heutigen Stand der Kenntnisse nicht mehr oder war inzwischen durch neue Funde und Befunde zu ergänzen. Das schmälert indes nicht den dokumentarischen Wert der hier vorliegenden Studien. Es bleiben auch in den überarbeiteten Passagen die Stationen und Schwerpunkte erkennbar, die sich für Hartmut Binder in den zurückliegenden Jahrzehnten durch zeitbedingt schwierige Archivarbeit, zahllose Reisen, glückliche Begegnungen und Umstände herauskristallisiert haben.

 

Rückenprägung

Inhalt

 

Vorwort 5

Persönliches

Kafkas Prag 9–28

Kindheit in Prag. Kafkas Volksschuljahre 29–57

Vergeßt Wossek! Zum letztenmal: Wo liegt Kafkas Schloß? 59–60

Schüler in Prag. Franz Kafka im Spiegel seiner Zeugnisse 61–64

„nachdem der Handschlag auf deutsche Gesinnung geleistet worden …“. Kafka in der ‚Lese- und Redehalle‘ 65–98

Im Böhmerwald. Mit Überlegungen zu Annoncen der Familie Kafka 99–108

Der Prager Fanta-Kreis. Kafkas Interesse an Rudolf Steiner 109–136

Rudolf Steiners Prager Vortragsreise im Jahr 1911. Berichtigungen und Ergänzungen zu der Kritischen Ausgabe der Tagebücher Kafkas 137–148

„… wie die ‚Planeten‘ auf dem Weihnachtsmarkt“. Prag in Bildvorstellungen Kafkas unter besonderer Berücksichtigung seines Traumes vom 7./8. November 1911 149–176

Unvergebene Schlamperei. Ein unbekannter Brief Franz Kafkas 177–180

Frauen in Kafkas Lebenskreis. Irrtümer und Unterlassungen in der Kritischen Edition seiner Tagebücher 181–228

Else Lasker-Schüler in Prag. Zur Vorgeschichte von Kafkas
„Josefine“-Erzählung 229–252

Neues zu Else Lasker-Schülers Vorlesung im April 1913. Mit ungedruckten Briefen an Willy Haas 253–268

Kafka und seine Schwester Ottla. Zur Biographie der Familiensituation des Dichters unter besonderer Berücksichtigung der Erzählungen „Die Verwandlung“ und „Der Bau“ 269–303

Wollweberei oder Baumwollweberei. Neues vom Büroalltag des Versicherungsangestellten Franz Kafka 305–337

Im Haus ‚Zum goldenen Hecht‘. Kafkas kleiner Dank
für „viele Freundlichkeit“ 339–347

Puder und Schleier, Glanz und Genuß. Eine Entdeckung: Kafkas späte Verlobte Julie Wohryzek 349–352

Kafkas Briefscherze. Sein Verhältnis zu Josef David 353–366

„Jugend ist natürlich immer schön…“. Kafka als
literarischer Ratgeber 367–416

Franz Kafka. Genie und Geld 417–423

 

Unterwegs

„Der Jäger Gracchus“. Zu Kafkas Schaffensweise und
poetischer Topographie 427–467

„Der Kutscher hockt sich vor uns nieder …“. Wie Kafka
vom Flugfeld in Montichiari nach Brescia zurückkam 469–470

Fiffi, Königin der Luft. Franz Kafkas wiederentdeckter
Papierflieger für seine Schwester Ottla 471–474

„Eine ganz und gar alte Stadt“. Franz Kafka geht
durch Halberstadt 475–485

„Ich bin der Menschen wegen auch hergekommen …“.
Kafka in Stapelburg 487–502

Café ‚Josty‘. Ein Berliner Kafka-Ort 503–508

 

Frankreich

Früher Blick auf Paris. Über Kafkas Französischkenntnisse 511–522

Die Entdeckung Frankreichs. Zur Vorgeschichte von Kafkas und Brods Paris-Reisen 523–549

Zu Kafkas Flaubert-Lektüre 551–562

Kafka und Napoleon 563–581

 

Jüdisches

Franz Kafka und die Wochenschrift „Selbstwehr“ 585–602

Kafkas Hebräischstudien. Ein biographisch-interpretatorischer Versuch 603–625

Aus Kafkas Bibliothek: „Die jüdische Gemeinschaft“ 627–632

 

Kunst und Literatur

Jugendliche Verkennung. Kafka und die Philosophie 635–644

Anschauung ersehnten Lebens. Kafkas Verständnis bildender Künstler und ihrer Werke 645–663

Kafka und die Skulpturen 665–686

Zwischen Bäumchen zum Abgrund. Wie Max Brod versuchte,
Kafka als Zeichner zu etablieren 687–689

Radierungen. Mutmaßungen über eine Kafka-Notiz 691–695

Ein Kommentar Kafkas. Willy Nowaks Porträt von Max Brod 697–700

Selbstfindungsprozesse. Kafkas Verständnis anderer Schriftsteller 701–724

Über Strindbergs Kelchkragen 725–726

Ein ungedrucktes Schreiben Franz Kafkas an Felix Weltsch.
Edition und Kommentar 727–744

Kafkas Eisenkönig 745–749

Kafkas Weg zu Stifter. Mit besonderer Berücksichtigung August Sauers 751–791

 

Zum Werk

Über Schriftträger im Kafka-Nachlaß. Die Papierhandlung
F. B. Batovec 795–798

Kafkas Schaffensprozeß, mit besonderer Berücksichtigung des „Urteils“. Eine Analyse seiner Aussagen über das Schreiben mit Hilfe der Handschriften und auf Grund psychologischer Theoreme 799–832

Kafkas literarische Urteile. Ein Beitrag zu seiner Typologie und Ästhetik 833–858

Kafka und „Die neue Rundschau“. Mit einem bisher unpublizierten Brief des Dichters zur Druckgeschichte der „Verwandlung“ 859–870

Zwei Briefe Robert Musils zur Druckgeschichte von Kafkas „Verwandlung“ 871–885

Vormerkbuch und Wertheimkassa. Zu einer Stelle in Kafkas „Verwandlung“ 887–889

Geflügelte Bildreden. Zu Kafkas Umgang mit sprachlicher Fertigware 891–910

Redensarten und Redewendungen bei Kafka 911–936

Erlebendes und erzählendes Ich. Eine Szene aus Kafkas
„Forschungen eines Hundes“ 937–955

Über den Umgang mit Topographica in Kritischen Ausgaben
am Beispiel der Tagebücher Kafkas 957–982

 

Siglen 983

Drucknachweise 985–986
Bildnachweise 987–988
Register 989–1002

 

Erschienen im August 2023 im Wallstein Verlag:

Hartmut Binder

Auf Kafkas Spuren

Gesammelte Studien zu Leben und Werk

Herausgegeben von Roland Reuß & Peter Staengle

1004 Seiten, 387 farb. Abb., geb., Schutzumschlag, 21×28 cm
ISBN 978-3-8353-5421-0